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Deutschland–Schweiz · Unternehmen

Situation 01 · Schweiz → Deutschland

Schweizer Unternehmen investiert in Deutschland

Eine Schweizer AG oder GmbH kann in Deutschland über eine eigene Tochtergesellschaft, eine Beteiligung an einer Personengesellschaft, eine Betriebsstätte oder eine Zweigniederlassung tätig werden. Welche Struktur gewählt wird, bestimmt nicht nur die Besteuerung der Gewinne, sondern auch Buchführung, Jahresabschluss, E-Bilanz, Offenlegung, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Verrechnungspreise und laufende deutsche Compliance.

Ausgangssituation

Der Markteintritt in Deutschland kann sehr unterschiedlich strukturiert werden

Ein Schweizer Unternehmen muss für Aktivitäten in Deutschland nicht zwingend eine deutsche GmbH gründen. Je nach Geschäftsmodell kann eine deutsche Tochtergesellschaft, eine Beteiligung an einer deutschen Personengesellschaft, eine steuerliche Betriebsstätte oder eine handelsrechtliche Zweigniederlassung entstehen.

Diese Formen sind jedoch steuerlich nicht austauschbar. Eine deutsche GmbH ist ein eigenständiges Steuersubjekt. Bei einer Personengesellschaft werden die steuerlichen Ergebnisse grundsätzlich den Gesellschaftern zugerechnet. Eine Betriebsstätte wiederum bleibt rechtlich Teil des Schweizer Stammhauses.

Deshalb sollte die Struktur vor Beginn der deutschen Tätigkeit nicht allein nach Gründungsaufwand oder Haftungsfragen, sondern auch nach Steuerbelastung, Gewinntransfer, Rechnungslegung, Finanzierung und laufender Compliance ausgewählt werden.

Schweizer steuerliche Perspektive

Diese Seite behandelt die deutschen Steuer-, Rechnungslegungs- und Compliancefolgen. Die Schweizer Behandlung des Investments und des Schweizer Stammhauses wird auf TaxRep Schweiz behandelt.

Schweizer Perspektive

Strukturvergleich

Tochtergesellschaft, Personengesellschaft oder Betriebsstätte?

Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Unterschiede aus deutscher Sicht.

Struktur Rechtliche Stellung Gewinnbesteuerung in Deutschland Typische Compliance
Deutsche GmbH / AG eigenständige deutsche Gesellschaft Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer auf Ebene der Gesellschaft Buchführung, HGB-Abschluss, Steuererklärungen, E-Bilanz, Offenlegung
KG / GmbH & Co. KG deutsche Personengesellschaft Gewinnzurechnung an Gesellschafter; Gewerbesteuer auf Ebene der Personengesellschaft Feststellung, Gewerbesteuer, Buchführung, ggf. E-Bilanz und Offenlegung
Deutsche Betriebsstätte Teil des Schweizer Unternehmens Deutschland besteuert den der Betriebsstätte zurechenbaren Gewinn Betriebsstättenrechnung, Steuererklärungen, Gewinnabgrenzung, ggf. E-Bilanz
Zweigniederlassung rechtlich Teil der Schweizer Gesellschaft; handelsrechtlich registrierte Niederlassung steuerlich regelmäßig Betriebsstättenanalyse Handelsregister, Betriebsstätten-Compliance und zusätzliche Offenlegungspflichten

Deutsche Tochtergesellschaft

Schweizer Muttergesellschaft mit deutscher GmbH oder AG

Gründet oder erwirbt die Schweizer Gesellschaft eine deutsche GmbH oder AG, entsteht ein eigenständiges deutsches Steuersubjekt. Die deutsche Gesellschaft unterliegt grundsätzlich mit ihrem Einkommen der deutschen Körperschaftsteuer und mit ihrem Gewerbebetrieb der Gewerbesteuer.

Das deutsche Unternehmen benötigt eine eigene Buchhaltung, eigene Steuererklärungen und grundsätzlich einen deutschen handelsrechtlichen Jahresabschluss.

  • Körperschaftsteuererklärung
  • Gewerbesteuererklärung
  • Umsatzsteuer und gegebenenfalls Voranmeldungen
  • HGB-Buchführung und Jahresabschluss
  • E-Bilanz
  • Offenlegung beziehungsweise Hinterlegung

Tochtergesellschaft

Die Schweizer Mutter und die deutsche Tochter bleiben getrennte Unternehmen

Obwohl die Schweizer Gesellschaft die deutsche Tochter beherrscht, werden beide Unternehmen steuerlich grundsätzlich getrennt betrachtet. Leistungen zwischen ihnen dürfen deshalb nicht beliebig verrechnet werden.

Die deutsche Tochter benötigt grundsätzlich eine eigenständige Gewinnermittlung. Zahlungen für Management, IT, Finanzierung, Waren, Lizenzen, Personal oder andere konzerninterne Leistungen müssen einem Fremdvergleich standhalten.

CAP

Eigenkapital

Die Schweizer Mutter kann die deutsche Gesellschaft durch Stammkapital und weitere Eigenkapitalmaßnahmen finanzieren.

LOAN

Darlehen

Konzernfinanzierung muss insbesondere hinsichtlich Zins, Laufzeit und wirtschaftlicher Tragfähigkeit fremdüblich ausgestaltet werden.

MGT

Managementleistungen

Konzerninterne Verwaltungs- und Managementleistungen sollten tatsächlich erbracht, nachvollziehbar dokumentiert und angemessen vergütet werden.

Personengesellschaft

Schweizer Unternehmen beteiligt sich an einer deutschen KG oder GmbH & Co. KG

Die Beteiligung an einer deutschen Personengesellschaft führt steuerlich zu einer anderen Struktur als die Beteiligung an einer deutschen GmbH.

Bei einer Mitunternehmerschaft werden die steuerlichen Ergebnisse grundsätzlich den Gesellschaftern zugerechnet. Die Schweizer Gesellschaft kann dadurch unmittelbar deutsche gewerbliche Einkünfte erzielen.

Gleichzeitig ist die deutsche Personengesellschaft regelmäßig selbst Schuldnerin der Gewerbesteuer. Bei mehreren Gesellschaftern werden die steuerlichen Einkünfte grundsätzlich in einem gesonderten und einheitlichen Feststellungsverfahren ermittelt.

§15

Mitunternehmer

Der Schweizer Beteiligte erhält steuerlich einen Anteil am Ergebnis der deutschen Personengesellschaft.

Fest

Feststellung

Die gemeinsamen steuerlichen Besteuerungsgrundlagen werden regelmäßig gesondert und einheitlich festgestellt.

GewSt

Gewerbesteuer

Bei einer gewerblichen Personengesellschaft fällt die Gewerbesteuer grundsätzlich auf Ebene der Gesellschaft an.

Ausschüttung und Entnahme nicht verwechseln

Bei einer Personengesellschaft hängt die laufende Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer grundsätzlich nicht davon ab, ob der Gewinn tatsächlich an den Schweizer Gesellschafter ausgezahlt wird. Gewinnzurechnung und Geldentnahme sind getrennte Vorgänge.

GmbH & Co. KG

Steuerlich transparent – handelsrechtlich trotzdem umfangreiche Pflichten

Eine GmbH & Co. KG wird für Zwecke der Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer grundsätzlich als Personengesellschaft behandelt. Handelsrechtlich gelten für bestimmte Personenhandelsgesellschaften ohne natürliche Person als persönlich haftenden Gesellschafter jedoch kapitalgesellschaftsähnliche Rechnungslegungsvorschriften.

Dadurch kann eine Struktur gleichzeitig steuerlich transparent und hinsichtlich Jahresabschluss sowie Offenlegung relativ compliance-intensiv sein.

Deutsche Betriebsstätte

Deutsche Steuerpflicht ohne deutsche Tochtergesellschaft

Eine Schweizer Gesellschaft kann in Deutschland steuerpflichtig werden, obwohl sie keine deutsche GmbH gegründet hat. Unterhält sie eine deutsche Betriebsstätte, kann Deutschland den dieser Betriebsstätte zurechenbaren Unternehmensgewinn besteuern.

Typische Anknüpfungspunkte sind feste Geschäftseinrichtungen, Büros, Verkaufs- oder Produktionsstätten sowie weitere dauerhaft für das Unternehmen nutzbare Einrichtungen. Auch Vertreterkonstellationen können gesondert zu prüfen sein.

  • steuerliche Registrierung in Deutschland
  • deutsche Körperschaftsteuerpflicht für Betriebsstättengewinne
  • regelmäßig Gewerbesteuer
  • deutsche Umsatzsteuerfragen
  • Betriebsstättenrechnung
  • Gewinnabgrenzung zwischen Schweiz und Deutschland

Gewinnabgrenzung

Wie viel Gewinn gehört zur deutschen Betriebsstätte?

Der deutsche Betriebsstättengewinn ist nicht automatisch identisch mit dem in Deutschland erzielten Umsatz. Vielmehr muss untersucht werden, welche Funktionen, Vermögenswerte und Risiken tatsächlich der deutschen Betriebsstätte zuzuordnen sind.

Für die deutsche steuerliche Gewinnabgrenzung wird die Betriebsstätte grundsätzlich so analysiert, als würde sie wirtschaftlich gegenüber dem Stammhaus eigenständig handeln. Dies betrifft insbesondere Personal, Vermögenswerte, Risiken und interne Leistungsbeziehungen.

Bereich Typische Frage
Personal Welche Mitarbeiter üben welche Funktionen in Deutschland aus?
Vermögenswerte Welche Wirtschaftsgüter dienen der deutschen Betriebsstätte?
Risiken Welche wirtschaftlichen Risiken werden der deutschen Tätigkeit zugeordnet?
Vertrieb Wer gewinnt Kunden, verhandelt Preise und schließt Verträge?
Finanzierung Welche Finanzierung ist der Betriebsstätte wirtschaftlich zuzurechnen?
Stammhausleistungen Wie werden zentrale Schweizer Funktionen gegenüber der deutschen Betriebsstätte berücksichtigt?

Zweigniederlassung

Eine Zweigniederlassung ist keine deutsche Tochtergesellschaft

Eine deutsche Zweigniederlassung einer Schweizer Gesellschaft bleibt rechtlich Teil der Schweizer Hauptgesellschaft. Sie ist deshalb von einer deutschen GmbH zu unterscheiden.

Die Eintragung einer Zweigniederlassung im deutschen Handelsregister kann neben den steuerlichen Pflichten zusätzliche register- und handelsrechtliche Anforderungen auslösen.

Für inländische Zweigniederlassungen ausländischer Kapitalgesellschaften bestehen außerdem besondere deutsche Offenlegungsvorschriften hinsichtlich der Rechnungslegungsunterlagen der ausländischen Hauptniederlassung.

Betriebsstätte und Zweigniederlassung sind unterschiedliche Begriffe

„Betriebsstätte“ ist vor allem ein steuerlicher Begriff. „Zweigniederlassung“ beschreibt eine handelsrechtliche Organisationsform. Eine steuerliche Betriebsstätte kann deshalb auch ohne eingetragene Zweigniederlassung entstehen.

Gewinntransfer

Dividenden von der deutschen Tochter an die Schweizer Mutter

Schüttet eine deutsche Kapitalgesellschaft Gewinne an ihre Schweizer Muttergesellschaft aus, muss neben dem deutschen Kapitalertragsteuerabzug das DBA Deutschland–Schweiz berücksichtigt werden.

Das DBA sieht für qualifizierte Beteiligungen eine besonders weitgehende Entlastung vor. Hält eine in der Schweiz ansässige Gesellschaft grundsätzlich während eines ununterbrochenen Zeitraums von mindestens zwölf Monaten unmittelbar mindestens zehn Prozent des Kapitals der deutschen ausschüttenden Gesellschaft, kann nach dem DBA eine vollständige Entlastung der Dividende von deutscher Quellensteuer vorgesehen sein.

Sind die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt, ist zu prüfen, welche begrenzte deutsche Quellensteuer nach dem DBA verbleibt und über welches Verfahren die Entlastung oder Erstattung beantragt wird.

Quellensteuerentlastung ist nicht automatisch

Beteiligungsquote und Haltedauer allein reichen nicht immer für die praktische Entlastung. Auch die Voraussetzungen des deutschen Entlastungsverfahrens und die jeweils geltenden Missbrauchs- und Nachweisregeln müssen erfüllt werden.

Buchführung & Rechnungslegung

Welche deutschen Accounting- und Offenlegungspflichten entstehen?

Struktur Buchführung / Abschluss Steuerliche Übermittlung Publizität
Deutsche GmbH / AG eigenständige HGB-Buchführung und Jahresabschluss Steuererklärungen und grundsätzlich E-Bilanz Offenlegung oder Hinterlegung entsprechend den gesetzlichen Regeln
GmbH & Co. KG Buchführung und besondere handelsrechtliche Rechnungslegung Feststellung, Gewerbesteuer und grundsätzlich E-Bilanz kapitalgesellschaftsähnliche Offenlegung kann greifen
Sonstige Personengesellschaft abhängig von handels- und steuerrechtlicher Buchführungspflicht Feststellung und gegebenenfalls E-Bilanz rechtsformabhängig
Deutsche Betriebsstätte deutsche Aufzeichnungen und gegebenenfalls Buchführung Steuererklärungen; E-Bilanz bei entsprechender Gewinnermittlung keine automatische GmbH-Offenlegung
Zweigniederlassung einer Schweizer Kapitalgesellschaft Abstimmung mit Rechnungslegung des Schweizer Stammhauses deutsche Betriebsstätten-Compliance besondere Offenlegung ausländischer Rechnungslegungsunterlagen möglich

E-Bilanz

Steuerliche Bilanzdaten werden elektronisch übermittelt

Wird der steuerliche Gewinn nach den hierfür maßgeblichen Bilanzierungsvorschriften ermittelt, sind die steuerlichen Bilanz- und GuV-Daten grundsätzlich nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln.

Dies betrifft nicht nur klassische deutsche GmbHs. Je nach Struktur kann die E-Bilanz auch bei Personengesellschaften und deutschen Betriebsstätten ausländischer Unternehmen relevant werden.

Verrechnungspreise

Schweizer Stammhaus und deutsche Aktivität müssen fremdüblich miteinander abrechnen

Bei verbundenen Unternehmen verlangt das deutsche Außensteuerrecht grundsätzlich fremdübliche Bedingungen. Maßgeblich sind dabei insbesondere Funktionen, Risiken und eingesetzte Vermögenswerte.

Auch bei einer deutschen Betriebsstätte muss der Betriebsstättengewinn auf Grundlage einer sachgerechten Funktions- und Risikoanalyse abgegrenzt werden.

  • Management- und Verwaltungsleistungen
  • Warenlieferungen
  • Finanzierung und Darlehen
  • Software und Lizenzen
  • Personal- und Funktionsverlagerungen
  • Betriebsstätten-Gewinnabgrenzung

Umsatzsteuer & Payroll

Unternehmenssteuer ist nur ein Teil der deutschen Compliance

Abhängig vom Geschäftsmodell kann eine Schweizer Gesellschaft auch ohne deutsche Tochtergesellschaft deutsche Umsatzsteuerpflichten auslösen. Maßgeblich sind insbesondere Art der Leistungen, Ort der Leistung, Warenbewegungen, Lagerstrukturen und die umsatzsteuerliche Stellung der Kunden.

Werden Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt, können zusätzlich deutsche Lohnsteuer-, Payroll- und Sozialversicherungsthemen entstehen.

Diese Fragen sollten getrennt von der Körperschaftsteuer beziehungsweise Betriebsstättenbesteuerung analysiert werden, weil die jeweiligen Anknüpfungspunkte nicht identisch sind.

Immobilien & besondere Investments

Deutsche Immobilien können auch ohne operative Betriebsstätte deutsche Steuerpflichten auslösen

Erwirbt eine Schweizer Gesellschaft deutsche Immobilien, ist die steuerliche Analyse nicht auf die Frage einer klassischen Betriebsstätte beschränkt.

Deutschland kann aufgrund der inländischen Immobilie eigene Besteuerungsrechte haben. Zusätzlich sind Grunderwerbsteuer, laufende Ertragsteuer, Umsatzsteueroptionen bei Vermietung sowie die Struktur eines späteren Verkaufs zu prüfen.

Bei Immobilieninvestitionen sollte deshalb eine direkte Schweizer Beteiligung mit einer deutschen Objektgesellschaft oder Personengesellschaft verglichen werden.

Praktisches Vorgehen

Deutsche Investitionsstruktur in acht Schritten prüfen

01

Geschäftsmodell

Vertrieb, Produktion, Services, Immobilien oder sonstige deutsche Aktivität definieren.

02

Rechtsform

Tochtergesellschaft, Personengesellschaft, Betriebsstätte oder Zweigniederlassung vergleichen.

03

Gewinnbesteuerung

Körperschaftsteuer, Mitunternehmerbesteuerung, Gewerbesteuer und DBA analysieren.

04

Finanzierung

Eigenkapital, Darlehen und laufende Finanzierungsbeziehungen festlegen.

05

Verrechnungspreise

Funktionen, Risiken und konzerninterne Leistungsbeziehungen dokumentieren.

06

Accounting

Buchführung, Jahresabschluss, Feststellung und E-Bilanz organisieren.

07

Register

Handelsregister, Offenlegung und weitere deutsche Registerpflichten prüfen.

08

Gewinntransfer

Dividenden, Quellensteuer, Rückzahlungen und Exit bereits vorab planen.

Strukturentscheidung

Wann ist welche Struktur typischerweise interessant?

Ziel Häufig relevante Struktur Besonderer Prüfpunkt
dauerhafter deutscher Marktauftritt mit eigener Organisation deutsche Tochtergesellschaft eigene Steuer- und Rechnungslegungsstruktur
Joint Venture mit deutschen Partnern Kapital- oder Personengesellschaft Gewinnzurechnung und Governance
direkte deutsche Tätigkeit des Schweizer Unternehmens Betriebsstätte Gewinnabgrenzung und Haftung beim Stammhaus
sichtbare deutsche Niederlassung ohne Tochtergesellschaft Zweigniederlassung Register- und Offenlegungspflichten
deutsches Immobilieninvestment direkt oder deutsche Objektgesellschaft Ertragsteuer, GewSt, GrESt und Exit

Häufige Fragen

Schweizer Unternehmen mit Investment in Deutschland

Muss ein Schweizer Unternehmen für Geschäfte in Deutschland eine GmbH gründen?
Nein. Je nach Geschäftsmodell kann die Tätigkeit auch unmittelbar über das Schweizer Unternehmen erfolgen. Dabei ist jedoch zu prüfen, ob in Deutschland eine steuerliche Betriebsstätte oder andere Registrierungs- und Erklärungspflichten entstehen.
Was ist steuerlich der wichtigste Unterschied zwischen GmbH und Betriebsstätte?
Eine deutsche GmbH ist ein eigenständiges Steuersubjekt. Eine Betriebsstätte ist dagegen Teil der Schweizer Gesellschaft. Deutschland besteuert bei einer Betriebsstätte grundsätzlich den ihr zurechenbaren Gewinn des Schweizer Unternehmens.
Ist eine GmbH & Co. KG wie eine GmbH zu behandeln?
Nein. Eine GmbH & Co. KG ist steuerlich grundsätzlich eine Personengesellschaft. Ihre Einkünfte werden den Mitunternehmern zugerechnet. Gleichzeitig kann sie umfangreichen handelsrechtlichen Rechnungslegungs- und Offenlegungspflichten unterliegen.
Muss die Schweizer Muttergesellschaft in Deutschland eine Steuererklärung abgeben?
Das hängt von der Struktur ab. Bei einer bloßen Beteiligung an einer deutschen Kapitalgesellschaft unterscheidet sich die Situation grundlegend von einer deutschen Betriebsstätte oder einer Beteiligung an einer deutschen Personengesellschaft, bei denen unmittelbare deutsche Erklärungspflichten entstehen können.
Muss eine deutsche Tochtergesellschaft eine eigene Buchhaltung führen?
Ja. Eine deutsche GmbH oder AG ist eine eigenständige Gesellschaft und benötigt grundsätzlich eine eigene handelsrechtliche Buchführung und einen eigenen Jahresabschluss.
Muss eine Schweizer Gesellschaft mit deutscher Betriebsstätte eine E-Bilanz einreichen?
Das kann der Fall sein, wenn für die deutschen steuerlichen Zwecke eine bilanzielle Gewinnermittlung nach den einschlägigen Vorschriften erfolgt. Die E-Bilanzpflicht sollte daher bei Einrichtung der deutschen Betriebsstätte mit geprüft werden.
Kann eine Schweizer Mutter Dividenden aus einer deutschen Tochter ohne deutsche Quellensteuer erhalten?
Das DBA Deutschland–Schweiz sieht bei einer qualifizierten direkten Beteiligung grundsätzlich eine vollständige Quellensteuerentlastung vor, wenn insbesondere die erforderliche Beteiligungsquote und Haltedauer erfüllt sind. Zusätzlich sind die deutschen Entlastungs- und Nachweisvorschriften zu beachten.
Gelten Verrechnungspreisregeln zwischen der Schweizer Mutter und der deutschen Tochter?
Ja. Geschäftsbeziehungen zwischen verbundenen deutschen und Schweizer Unternehmen müssen grundsätzlich fremdüblich ausgestaltet werden. Das betrifft etwa Waren, Managementleistungen, Finanzierung, Lizenzen und Personal.
Ist eine deutsche Zweigniederlassung dasselbe wie eine Betriebsstätte?
Nein. Die Zweigniederlassung ist eine handelsrechtliche Organisationsform, während die Betriebsstätte ein steuerlicher Anknüpfungspunkt ist. Beide Begriffe können sich überschneiden, sind aber nicht identisch.
Welche Struktur ist steuerlich am günstigsten?
Das lässt sich nicht allein anhand des Steuersatzes entscheiden. Zu berücksichtigen sind insbesondere Gewinnverwendung, Finanzierung, Haftung, Personal, Buchführung, Verrechnungspreise, Exit und die Schweizer Behandlung des Investments.

Steuerberatung Schweiz → Deutschland

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