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Situation

Aktien · Dividenden · Verrechnungssteuer

Schweizer Aktien bei Wohnsitz in Deutschland

Wer in Deutschland steuerlich ansässig ist und Schweizer Aktien im Privatvermögen hält, muss insbesondere Schweizer Dividenden, Verrechnungssteuer, deutsche Kapitalertragbesteuerung und spätere Aktienverkäufe koordinieren. Befindet sich das Depot bei einer Schweizer Bank, kommt zusätzlich die eigenständige Aufbereitung der ausländischen Depotdaten für die deutsche Steuererklärung hinzu.

Überblick

Schweizer Aktie, deutscher Steuerwohnsitz

Mit deutscher Steueransässigkeit unterliegen Kapitalerträge grundsätzlich der deutschen Besteuerung, auch wenn Gesellschaft, Depot und Auszahlung vollständig in der Schweiz liegen.

Gleichzeitig erhebt die Schweiz auf Schweizer Dividenden Verrechnungssteuer. Deshalb müssen Bruttodividende, Schweizer Steuerabzug, DBA-Entlastung und deutsche Steueranrechnung sauber voneinander getrennt werden.

Beim späteren Verkauf gelten grundsätzlich die deutschen Regeln für private Kapitalanlagen.

Umgekehrter Fall: deutsche Aktien bei Schweizer Wohnsitz

TaxRep Schweiz behandelt den umgekehrten Fall aus Schweizer Sicht mit deutscher Quellensteuer, Schweizer Einkommens- und Vermögenssteuer sowie DBA-Entlastung.

Schweizer Perspektive

Grundsystem

Quellenstaat Schweiz und Ansässigkeitsstaat Deutschland müssen koordiniert werden

Die Schweiz knüpft bei Dividenden an die Schweizer ausschüttende Gesellschaft an.

Deutschland besteuert den Anleger aufgrund seiner deutschen Steueransässigkeit. Das DBA verhindert die wirtschaftliche Doppelbelastung durch Begrenzung und Anrechnung der Schweizer Quellensteuer.

  • Schweizer Bruttodividende feststellen
  • Verrechnungssteuer erfassen
  • DBA-Quellensteueranteil bestimmen
  • überschießenden Steuerbetrag zurückfordern
  • Dividende in Deutschland erklären
  • zulässige Schweizer Steuer anrechnen

Dividenden

Für die deutsche Besteuerung ist grundsätzlich die Bruttodividende maßgeblich

Wird eine Dividende von einer Schweizer Gesellschaft ausgeschüttet, wird zunächst Schweizer Verrechnungssteuer einbehalten.

Für die deutsche Steuererklärung darf jedoch nicht lediglich der tatsächlich ausgezahlte Nettobetrag übernommen werden. Ausgangspunkt ist grundsätzlich die Bruttodividende.

01

Bruttobetrag

Vollständige Dividende vor Schweizer Steuerabzug feststellen.

02

Steuerabzug

Tatsächlich einbehaltene Schweizer Verrechnungssteuer erfassen.

03

DBA

Zulässigen Schweizer Quellensteueranteil bestimmen.

04

Deutschland

Dividende und anrechenbaren Steuerbetrag in Deutschland berücksichtigen.

Schweizer Verrechnungssteuer

Nicht die gesamte Schweizer Verrechnungssteuer darf einfach in Deutschland angerechnet werden

Die Schweizer Verrechnungssteuer auf Dividenden ist höher als der Quellensteuerbetrag, den die Schweiz gegenüber einem in Deutschland ansässigen Anleger nach dem DBA grundsätzlich behalten darf.

Der überschießende Betrag ist deshalb grundsätzlich über das Schweizer Rückerstattungsverfahren zurückzufordern.

Rückerstattung und Anrechnung sind zwei verschiedene Schritte

Zunächst wird geprüft, welcher Teil der Schweizer Steuer nach dem DBA zurückgefordert werden kann. Nur der verbleibende, abkommensrechtlich zulässige Steueranteil kommt grundsätzlich für die deutsche Steueranrechnung in Betracht.

Verkauf & Kursgewinn

Beim Verkauf gewöhnlicher Schweizer Portfolioaktien gelten grundsätzlich die deutschen Kapitalertragsregeln

Liegen Schweizer Aktien im privaten Kapitalanlagevermögen eines in Deutschland ansässigen Anlegers, wird der Veräußerungsgewinn grundsätzlich nach deutschem Recht ermittelt.

Anschaffungskosten

Kaufpreis, Nebenkosten und spätere Kapitalmaßnahmen müssen nachvollziehbar sein.

Verkaufserlös

Verkaufspreis und Veräußerungskosten sind zu dokumentieren.

Fremdwährung

Bei CHF-Abrechnungen müssen die relevanten Beträge für deutsche Steuerzwecke in Euro bestimmt werden.

Verlustverrechnung

Verluste aus Aktienverkäufen unterliegen den einschlägigen deutschen Verlustverrechnungsregeln.

Schweizer Depot

Eine Schweizer Bank übernimmt regelmäßig nicht die deutsche Steuerabrechnung

Liegen die Schweizer Aktien bei einer Schweizer Depotbank, führt die Bank regelmäßig keine deutsche Kapitalertragsteuer für den deutschen Anleger ab.

Die Kapitalerträge und Veräußerungsdaten müssen deshalb anhand der Schweizer Bankunterlagen für die deutsche Steuererklärung aufbereitet werden.

Dividenden

Bruttodividende und Schweizer Steuerabzug aus den Abrechnungen übernehmen.

Aktienverkäufe

Anschaffungskosten und Verkaufserlöse nach deutschem Recht aufbereiten.

CHF-Beträge

Fremdwährungsbeträge für deutsche Steuerzwecke sachgerecht umrechnen.

Jahresunterlagen

Schweizer Steuerreporting ist nicht automatisch mit deutscher Steuerlogik identisch.

Der Depotstandort verändert die deutsche Steueransässigkeit nicht

Ein Anleger wird nicht deshalb nur in der Schweiz besteuert, weil das Wertpapierdepot bei einer Schweizer Bank geführt wird.

Abgrenzung

Börsenanlage und wesentliche Beteiligung an einer Schweizer Gesellschaft sind nicht dasselbe

Diese Seite behandelt Schweizer Aktien grundsätzlich als private Kapitalanlage.

Hält eine in Deutschland ansässige Person dagegen eine wesentliche, unternehmerisch geprägte oder kontrollierende Beteiligung an einer Schweizer AG oder GmbH, können andere deutsche Vorschriften für Ausschüttungen, Veräußerungen, Wegzug und Unternehmensbeteiligungen relevant werden.

Größere Schweizer Beteiligungen gehören in den Bereich Unternehmen & Beteiligungen

Dort sind insbesondere Beteiligungsquote, § 17 EStG, Teileinkünfteverfahren, Geschäftsführungsfunktionen und gegebenenfalls Wegzugsbesteuerung gesondert zu prüfen.

Typische Fragen

Was Anleger mit Schweizer Aktien häufig klären müssen

Muss ich Schweizer Dividenden in Deutschland versteuern?

Bei deutscher Steueransässigkeit gehören Schweizer Dividenden grundsätzlich in die deutsche Besteuerung.

Was passiert mit der Schweizer Verrechnungssteuer?

Rückforderbarer Steueranteil und nach DBA verbleibender Quellensteueranteil müssen getrennt behandelt werden.

Muss ich die Brutto- oder Nettodividende erklären?

Ausgangspunkt ist grundsätzlich die Bruttodividende vor Schweizer Steuerabzug.

Was gilt bei einem Schweizer Depot?

Erträge und Verkäufe müssen regelmäßig eigenständig für die deutsche Erklärung aufbereitet werden.

Wie wird ein Verkauf besteuert?

Bei gewöhnlichen Portfolioaktien gelten grundsätzlich die deutschen Kapitalertragsregeln.

Kann ich die gesamte Verrechnungssteuer anrechnen?

Grundsätzlich nein. Ein nach DBA rückforderbarer Betrag ist regelmäßig zunächst in der Schweiz zurückzufordern.

Was gilt bei Mitarbeiteraktien?

Mitarbeiteraktien können zusätzlich lohnsteuerliche und grenzüberschreitende Vergütungsfragen auslösen.

Was gilt bei einer größeren Beteiligung an einer Schweizer AG?

Dann ist die Beteiligung getrennt von einer gewöhnlichen Börsenanlage zu prüfen.

Checkliste

Unterlagen für Schweizer Aktien bei deutschem Wohnsitz

Depotunterlagen

Jahresdepotauszug, Bestände, Depotbank und Transaktionen.

Depot Bestand

Dividenden

Bruttodividende, Nettogutschrift und Ausschüttungsabrechnung.

Dividende Brutto

Verrechnungssteuer

Einbehaltener Betrag, Rückerstattungsanträge und Erstattungsbescheide.

DBA Erstattung

Anschaffungskosten

Kaufabrechnungen, Einstandswerte und Kapitalmaßnahmen.

Kauf Einstand

Verkäufe

Verkaufspreise, Stückzahlen, Gebühren und Verkaufstermine.

Verkauf Gewinn

Fremdwährung

CHF-Abrechnungen und verwendete Umrechnung für deutsche Steuerzwecke.

CHF EUR

Vertiefung

Vier Fachartikel zu Schweizer Aktien bei deutschem Wohnsitz

Die einzelnen Fachartikel trennen bewusst die vier praktisch unterschiedlichen Fragen: laufende Dividendenbesteuerung, Schweizer Rückerstattung, Aktienverkauf und die deutsche Deklaration eines Schweizer Depots.

Schweizer Dividenden bei deutschem Wohnsitz

Bruttodividende, Schweizer Verrechnungssteuer, DBA, deutsche Besteuerung und Steueranrechnung.

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Schweizer Verrechnungssteuer aus Deutschland zurückfordern

Rückerstattungsanspruch, DBA-Entlastung, Verfahren, Fristen und erforderliche Nachweise.

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Verkauf Schweizer Aktien bei deutschem Wohnsitz

Veräußerungsgewinn, Anschaffungskosten, Fremdwährung, Verluste und Abgrenzung zu wesentlichen Beteiligungen.

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Schweizer Depot bei deutschem Wohnsitz

Ausländische Bankunterlagen, deutsche Steuerdeklaration, Dividenden, Verkäufe und CHF-Umrechnung.

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