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Beschäftigungssituation Deutschland–USA

Arbeiten in Deutschland und in den USA

Wer regelmäßig in beiden Staaten arbeitet, muss Arbeitslohn häufig nach tatsächlichen Arbeitstagen aufteilen. Steuerliche Ansässigkeit, Tätigkeitsort, Arbeitgeberstruktur, Payroll und Sozialversicherung sind dabei getrennt zu prüfen und anschließend miteinander zu koordinieren.

Zwei Arbeitsstaaten

Der Arbeitslohn folgt nicht automatisch nur dem Wohnsitzstaat

Eine Person kann in Deutschland steuerlich ansässig sein und gleichzeitig regelmäßig in den USA arbeiten – oder umgekehrt. Für die Besteuerung von Arbeitslohn ist neben der Ansässigkeit vor allem entscheidend, wo die Tätigkeit physisch ausgeübt wird.

Bei Arbeit in beiden Staaten kann deshalb eine Aufteilung der Vergütung erforderlich sein. Gleichzeitig können in beiden Staaten Payroll- und Erklärungspflichten entstehen.

Die Sozialversicherung folgt wiederum einer eigenen Systematik und darf nicht aus der steuerlichen Aufteilung abgeleitet werden.

Ausgangspunkte

Vier Ebenen müssen getrennt geprüft werden

1. Steuerliche Ansässigkeit

Sie bestimmt den Ansässigkeitsstaat und beeinflusst die Anwendung des DBA sowie die Methode zur Vermeidung der Doppelbesteuerung.

2. Physischer Arbeitsort

Jeder Arbeitstag muss grundsätzlich dem Staat zugeordnet werden, in dem die Tätigkeit tatsächlich ausgeübt wurde.

3. Payroll & Lohnsteuer

Der Arbeitgeber muss prüfen, ob in Deutschland, den USA oder beiden Staaten Abzugs- und Registrierungspflichten bestehen.

4. Sozialversicherung

Das Sozialversicherungsabkommen bestimmt unabhängig von der Einkommensteuer, welchem System die Tätigkeit zugeordnet wird.

Arbeitstage-Aufteilung

Die physische Tätigkeit ist der zentrale Anknüpfungspunkt

Arbeitet ein Arbeitnehmer in beiden Ländern, wird der laufende Arbeitslohn häufig nach tatsächlichen Arbeitstagen aufgeteilt. Eine belastbare Kalender- und Reisedokumentation ist deshalb zentral.

Deutsche Arbeitstage

physisch in Deutschland ausgeübte Tätigkeit

↔

U.S.-Arbeitstage

physisch in den USA ausgeübte Tätigkeit

Arbeitstag

Homeoffice

Ein Arbeitstag im deutschen Homeoffice ist grundsätzlich ein deutscher Arbeitstag; ein Arbeitstag im U.S.-Homeoffice entsprechend ein U.S.-Arbeitstag.

Reisetag

Dienstreisen

Reisetage müssen nach den tatsächlichen Tätigkeiten und Orten dokumentiert werden. Nicht jeder reine Reisetag ist automatisch vollständig einem Tätigkeitsstaat zuzuordnen.

Vergütung

Bonus & Equity

Bonuses, RSUs, Stock Options und andere mehrjährige Vergütungen können eine Zuordnung über Erdienungs- oder Vesting-Zeiträume erfordern.

DBA Deutschland–USA

Beide Staaten können für unterschiedliche Teile des Arbeitslohns Besteuerungsrechte haben

Tätigkeitsstaat

Arbeit in Deutschland

Für Vergütung, die auf Arbeitstage in Deutschland entfällt, kann Deutschland als Tätigkeitsstaat ein Besteuerungsrecht haben.

Tätigkeitsstaat

Arbeit in den USA

Für Vergütung, die auf Arbeitstage in den USA entfällt, können die USA als Tätigkeitsstaat ein Besteuerungsrecht haben.

Ausnahme

183-Tage-Regel

Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Besteuerungsrecht trotz Tätigkeit im anderen Staat beim Ansässigkeitsstaat verbleiben. Die Voraussetzungen müssen vollständig geprüft werden.

Entlastung

Doppelbesteuerung vermeiden

Soweit beide Staaten denselben Arbeitslohn erfassen, greifen die treaty-rechtlichen Entlastungsmechanismen und gegebenenfalls Foreign Tax Credits.

Die 183-Tage-Regel ist keine allgemeine Steuerfreiheitsgrenze. Sie ist nur eine DBA-Ausnahme für Arbeitslohn und setzt neben der Aufenthaltsdauer weitere Voraussetzungen zum Arbeitgeber und zur Kostentragung voraus.

Ansässigkeit

Die Arbeitstage-Aufteilung ersetzt nicht die Ansässigkeitsprüfung

Vor der DBA-Zuordnung muss feststehen, welcher Staat nach nationalem Recht und gegebenenfalls nach Artikel 4 des DBA als Ansässigkeitsstaat gilt.

Payroll & Lohnsteuer

Arbeit in beiden Staaten kann parallele Payroll-Prozesse erfordern

Deutsche Lohnsteuer

Für deutsche Arbeitstage können deutsche Lohnsteuer- und Arbeitgeberpflichten relevant sein, abhängig von Arbeitgeberstruktur und Steuerpflicht.

U.S. Federal Payroll

U.S.-Arbeitstage können federal wage withholding und andere U.S.-Payroll-Pflichten auslösen.

State Payroll

Der konkrete U.S.-Arbeitsstaat kann zusätzliche withholding-, unemployment- und Registrierungspflichten begründen.

Shadow Payroll

Bei grenzüberschreitenden Beschäftigungen kann eine Shadow Payroll erforderlich sein, obwohl das Gehalt weiterhin nur in einem Staat ausgezahlt wird.

Sozialversicherung

Die Aufteilung des Arbeitslohns führt nicht automatisch zu Beiträgen in beiden Staaten

Das Sozialversicherungsabkommen Deutschland–USA soll Doppelunterstellung vermeiden und ordnet die Tätigkeit grundsätzlich einem System zu.

Bei regelmäßiger Tätigkeit in beiden Staaten muss die konkrete Beschäftigungsstruktur geprüft werden. Eine klassische Entsendung ist anders zu behandeln als dauerhaftes alternierendes Arbeiten.

  • Einkommensteuer und Sozialversicherung getrennt prüfen
  • Tätigkeitsstaat ist wichtiger Ausgangspunkt
  • Entsenderegeln können das bisherige System fortführen
  • Certificate of Coverage / D/USA 101 als Nachweis
  • Mehrstaatentätigkeit kann eine vertiefte Zuordnungsprüfung erfordern
  • Krankenversicherung separat analysieren

Typische Konstellationen

Die praktische Lösung hängt stark vom Beschäftigungsmodell ab

Deutscher Wohnsitz, regelmäßige U.S.-Reisen

Deutschland bleibt häufig Hauptsteuerstaat, während U.S.-Arbeitstage U.S.-Quellen- und gegebenenfalls State-Tax-Folgen auslösen.

U.S.-Wohnsitz, regelmäßige Deutschlandtage

U.S.-Besteuerung kann mit deutscher beschränkter Steuerpflicht für deutsche Arbeitstage zusammentreffen.

Alternierendes Remote Work

Regelmäßiger Wechsel zwischen Homeoffice in Deutschland und den USA erfordert besonders saubere Arbeitstage-, Payroll- und Sozialversicherungskoordination.

Dokumentation

Ein belastbarer Arbeitstagekalender ist die Grundlage

Datum

Jeden Kalendertag eindeutig erfassen.

Land & Bundesstaat

Deutschland, U.S.-Bundesstaat oder Drittstaat dokumentieren.

Art des Tages

Arbeitstag, Urlaub, Wochenende, Krankheit oder Reisetag kennzeichnen.

Tätigkeit

Bei Zweifelsfällen kurz festhalten, welche berufliche Tätigkeit ausgeübt wurde.

Reisenachweise

Flüge, Hotelbelege, Kalender, Kreditkarten- und sonstige Reisedaten aufbewahren.

Payroll

Zuordnung mit deutscher und U.S.-Payroll abstimmen.

Bonus & Equity

Grant-, Vesting- und Erdienungszeiträume separat dokumentieren.

Sozialversicherung

Certificate of Coverage und Entsendeunterlagen vorhalten.

State Tracking

U.S.-Arbeitstage zusätzlich nach Bundesstaat erfassen.

Die andere Seite des Falls

U.S.-Perspektive

Employment & Social Security aus U.S.-Sicht

Auf taxrep.us werden U.S.-Payroll, Federal und State Tax, Social Security sowie die Arbeitgeberrisiken der jeweiligen Beschäftigungsstruktur behandelt.

Steuerberatung Deutschland–USA

Sie arbeiten regelmäßig in Deutschland und den USA?

Wir koordinieren die Arbeitstage-Aufteilung, deutsche und U.S.-Besteuerung, Payroll, Sozialversicherung und die erforderlichen Steuererklärungen in beiden Staaten.

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